Miriam Magall | Essen wie im Paradies. Die Hohen Feiertage

Miriam Magall,
Internationale jüdische Festmahlzeiten.
Essen wie im Paradies. Die Hohen Feiertage

Patchworldverlag Berlin 2012,
Hardcover, 140. Seiten,
ISBN 978-3-941021-22-8

Bücher mit Rezepten für Mahlzeiten an besonderen religiösen Tagen haben derzeit durchaus Konjunktur, zumal wenn sie opulent ausgestattet sind und womöglich noch „Klostergeheimnisse“ verraten …
Das ist bei vorliegendem Buch anders, nicht nur weil es sich auf die jüdische Küche bezieht. Es enthält nach einer kurzen Hinführung zur koscheren Küche Rezepte zu den jüdischen Festmahlzeiten. Dabei werden stets zunächst die Feste und ihr Feieranlass selbst kurz vorgestellt. Die darauf folgenden Rezepte für die Mahlzeiten am Vorabend und die weiteren Mahlzeiten des Festes stammen aus unterschiedlichen Ländern und Regionen der Welt. Wie hier Juden lebten und heute leben, wird jeweils ausführlich beschrieben. So erfährt man beispielsweise, dass den Juden in Skandinavien zunehmend der Wind wieder entgegen weht, dass das Judentum im Irak mehr Leiden als Leben unterm Halbmond bedeutet und die über 2500-jährige Geschichte hier inzwischen zu Ende geht. In Thailand hingegen leben Juden in größerer Zahl erst wenigen Jahrzehnten, in Nepal fand auf dem Rasen der israelitischen Botschaft mit 2000 Mitfeiernden der größte Seder der Welt statt … Die Rezepte sind typisch für die Region, koscher und dem Festanlass entsprechend. Jüdische Küche ist eine weltweite Küche, entsprechend unterschiedlich fallen die Gerichte aus. Das Buch der Judaistin und ausgewiesenen Autorin Miriam Magall ist gut und reich bebildert; die Aufnahmen zeigen nicht nur Gerichte, sondern illustrieren auch die Feste und das jüdische Leben des jeweiligen Landes. Sie sind nicht immer von bester Qualität, aber gerade das zeigt, dass dieses Buch kein coffeetablebook sein will, vielmehr eine anregende Information über die (geschmackliche) Vielfalt jüdischen Lebens, seiner Kultur und Küche. – Be-Te’awón!, Guten Appetit!

Noch ein Hinweis: Es handelt sich dabei um das zweite Buch einer kleinen Reihe: Das erste behandelt das Pessachfest (2012), das dritte soll im kommenden Jahr zu Schawuot erscheinen.

 

 

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