Miteinander essen

„Das Wesen des Christentums ist … miteinander essen.“ Ein immer wieder zitierter Satz des Bibelwissenschaftlers Franz Mussner. Und ein erstaunlicher dazu, weil einem, befragt nach dem Wesen des Christseins, wahrscheinlich das „Miteinander essen“ kaum einfallen würde. Wie wichtig die Gemeinschaft überhaupt für das Mahl ist, wird einem in unserer Zeit erst so recht bewusst, da sie immer häufiger zerfällt. Aber es gibt ja auch andere Möglichkeiten, Gemeinschaft beim Essen zu erleben und Leben zu teilen. Im Speisewagen der DB fand ich dieser Tage eine Speisekarte mit dem schönen Satz: MEHR ALS NUR ESSEN. gekocht. gebloggt. geliked. Die Menüs des betreffenden Monats im Speisewagen stammen von einer Food-Bloggerin. Gekocht, gebloggt, geliked: Man teilt sein Essen mit anderen, erfährt eine positive Rückmeldung und somit die wohluende Wirkung einer – wenn auch virtuellen – Mahlgemeinschaft.

Ein Wort des Kabarettisten Piet Klocke kommt mir dazu in den Sinn: „Kaum hat der Ober die Vorspeisenteller abgesetzt, da zücken junge Japanerinnen ihre Fotoapparate und schenken der Welt ihre Tagessuppen. Wir haben früher nur gebetet.“

 

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