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Christbaum-Weitwurf

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Am 13. Januar, dem Knuts-Tag (benannt nach dem hl. Knut von Dänemark), werfen die Schweden ihren Weihnachtsbaum auf die Straße, heißt es. Ob das eine allgemein verbreitete Übung ist, weiß ich nicht, Spaßvögel mögen das schon tun. Aber ein schwedisches Möbelhaus hat das wieder einmal geschickt mit einer Werbekampagne verbunden und lädt im Januar in seinen Häusern zu einem Christbaum(„Knut“)-Weitwurf ein. Das finden viele so spaßig, dass dieses Treiben auch von anderen Institutionen und Gruppen veranstaltet wird – bis hin zum CDU-Ortsverband –, oft mit einem guten Zweck verbunden.

Sicher, für eine Entsorgung des Christbaums wird dabei gesorgt, aber wie passt das zusammen, den Baum erst zu besingen und dann mit Jux und Dollerei durch die Gegend zu werfen? Nun ist der Weihnachtsbaum natürlich kein (nur mehr) religiöses Symbol, schon gar nicht vergleichbar mit religiösen Bildern oder gar dem Kreuz. Andererseits ist die Ausdeutung dieses Baumes, der übrigens katholischerseits noch in Predigten bis in das 20. Jahrhundert hinein als „lutherisch“ bekämpft wurde, in den Liedern doch sehr hoch. Auf den Paradiesesbaum soll er verweisen, damit auch auf den Kreuzesbaum; das symbolisieren die Kugeln (Äpfel) und Lichter, die früher an ihn gehängten Oblaten. Es gibt sogar Segensgebete über den Christbaum, wenn auch nicht offiziell; in einem heißt es: „Segne diesen grünen Baum, geschmückt zu deiner Ehre und unserer Freude am Fest der Geburt deines Sohnes. Sein Licht erhelle unsere Dunkelheit im Widerschein deiner Gegenwart. Sein Duft verströme sich in unseren Herzen und unserem (unserer Wohnung). Sein Grün verleihe uns Hoffnung und neuen Lebensmut.“

Ob denjenigen, die den Christbaum durch die Gegend werfen, dieser Baum all das auch bedeutet, mag bezweifelt werden. Vielleicht bin ich auch nur ein Spaßverderber. Aber der Christbaum-Weitwurf steht doch auch symptomatisch für unseren Umgang mit dem Weihnachtsfest und seiner Symbolik.

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