Michaela Geiger u. a. (Hgg.) | Essen und Trinken in der Bibel

Michaela Geiger u. a. (Hgg.)
Essen und Trinken in der Bibel
Ein literarisches Festmahl für Rainer Kessler zum 65. Geburtstag

Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2009, kart., 428 S.
ISBN 978-3-579-08111-3

Essen und Trinken – ein vergessenes Thema der Theologie?“ So fragte der Bibliker Hans-Winfried Jüngling in einem Aufsatz von 1993 noch besorgt. Davon kann inzwischen gottlob eigentlich keine Rede mehr sein. Die Beiträge und Bücher zur Theologie des Essens und Trinkens mehren sich, vor allen die biblischen Wissenschaften nehmen sich dieses „zentralen Nebenthemas“ in der Bibel intensiv an.
Dem Marburger Alttestamentler Rainer Kessler gratulierten Freunde, Kollegen und Wegegefährten mit einem umfangreichen Band zum Thema „Essen und Trinken in der Bibel“ zu seinem 65. Geburtstag. Ein „literarisches Festmahl“ nennen die Herausgeberinnen ihr Buch, und einem Festmahl ähnlich gruppieren sich die 26 Beiträge um verschiedene Aspekte des Essens und Trinkens, so zunächst die „Speisenfolge“: Was wird in den Mahlzeiten der biblischen Büchern gegessen? Das Essen dient zunächst einem konkreten, darüber hinaus aber auch einem metaphorischen Sinn, was unter dem Kapitel „Nährwert“ aufgezeigt wird. Die Autorinnen und Autoren gehen den „Tischsitten und Essgewohnheiten“ nach, fragen: Wie wird gegessen?, sie gehen die „Gästeliste“ durch und schauen danach: Wer isst mit? und wagen schließlich auch einen Blick über den eigenen Tellerrand auf die soziale Dimension von „Überfluss und Mangel“: Wer bekommt wieviel? (Eine Übersicht über die einzelnen Aufsätze ist auf der website des Verlages [www.gtvh.de] als pdf-Datei abrufbar.)
Die Zugänge der 26 Autoren sind dabei sehr unterschiedlich, sozial- und kulturwissenschaftlich, literarhistorisch und kommunikationsanalytisch, religions- und traditionsgeschichtlich. Die Beiträge zu alttestamentlichen Büchern sind – das ist dem Jubilar geschuldet – weitaus in der Überzahl. Immerhin aber wird die Linie auch über das Neue Testament hinaus zur Eucharistie der Kirche gezogen, deren zentrales Symbol das Brechen und Teilen von Brot in Gerechtigkeit ist. Der immer wieder eingeforderte eucharistische Lebensstil kommt eben darin zum Ausdruck, dass die Teilnahme an der Eucharistie dazu führt, sich für das Brot für alle einzusetzen, auf je eigene Weise, wie Franz Segbers in einem der Beiträge schreibt. Essen verbindet – über die Zeiten und Religionen hinweg.

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