Elisabeth Klose | Raum in der Herberge. Hospitalera am Jakobsweg

 

Elisabeth Klose
Raum in der Herberge.
Hospitalera am Jakobsweg

Projekte-Verlag, Halle 2004,
Paperback, 178 S., Euro 11,80,
ISBN 3-937027-61-0

Es sind die Albergues, die kleinen Herbergen am Rande, die dazu beitragen, den „Camino“ von einem Weitwanderweg zu einer echten Pilgerreise zu machen, schreibt die Autorin, die auf ihrem Weg nach Santiago di Compostela den Wunsch in sich verspürte, selbst zu einer Herbergswirtin zu werden. In verschiedenen Unterkünften setzte sie diesen Wunsch später in die Tat um. Ihre Erlebnisse und Begegnungen sind in diesem Büchlein auf unterhaltsame Weise dargeboten. Aber man erfährt auch einiges über das Herbergswesen und die Herbergswirte: Die hospitaleros und hospitaleras sind ebenfalls Pilger, wenn auch auf andere Art, bisweilen auch Seelsorger, Zuhörer, Nothelfer. Ihnen stellt sich die Aufgabe, die oft schwierige Balance zwischen Gastfreundschaft und Geschäft zu halten, wie es sich schon beim Eintreffen der Pilger und dem Einfordern der Übernachtungsgebühr erweist. Immer wieder gibt es seitens der Pilger Kritik wegen der angeblich damit verbunden Geschäftemacherei – freilich war der Camino immer mit Geschäften auch und gerade seitens der Kirchen verbunden.
Diese feinen Grenzen der Gastfreundschaft werden aber auch von manchen Gästen schamlos überschritten; andererseits gibt es aber auch wunderbare Beispiele, wie Gäste durch Dankbarkeit und kleine Gaben, durch das Miteinander-teilen zur gegenseitigen Bereicherung auch dieser flüchtigen Begegnungen beitragen.
Auch wenn viele Pilgerinnen und Pilger den 750 km langen Weg von den Pyrenäen nach Santiago nicht aus (nur) christlichen Gründen machen, so können sie sich doch kaum der Magie seiner Geschichte und Gegenwart entziehen.

 

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