Andreas Kühne | Essen und Trinken in Süddeutschland. Das Regensburger St. Katharinenspital in der Frühen Neuzeit

Andreas Kühne

Essen und Trinken in Süddeutschland.

Das Regensburger St. Katharinenspital in der Frühen Neuzeit

(Studien zur Geschichte des Spital-, Wohlfahrts- und Gesundheitswesens 8).
Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2006.
384 S., kart., 29,90 Euro
ISBN-10: 3-7917-2023-4

Was wurde in der etwa 150-jährigen Zeitspanne zwischen dem Westfälischen Frieden 1648 und dem Ende des Alten Reiches in sozialen Einrichtungen gegessen? Wie war eine Großküche organisiert? Welche regionalen Unterschiede gab es und wie veränderte sich die Kost? Diesen und vielen anderen Fragen geht der Autor, Mitarbeiter am Historischen Museum in Regensburg, u. a. anhand der Küchenbücher des Regensburger St. Katharinenspitals und von Ratsprotokollen nach.
In einem ersten Teil (A) wird unter anderem die Quellengrundlage gelegt, die neben Speiseordnungenm Rechungsbücher, Küchenbücher u.a. auch Ratsprotokolle aufführt. Der zweite Teil (B) gibt einen kurzen Überblick über Regensburg in der frühen Neuzeit, der dritte (C) fokussiert das Katharinenspital. Der Hauptteil dieser umfasenden Arbeit beschäftigt sich zunächst (D) mit der Produktion und der Versorgungsstruktur (z. B. Einrichtungen, Personal und Aufgaben im Zusammenhang der Mahlzeiten) sowie der Mahlzeiten selbst (Ordnungen, verpflegte Personengruppen. Ferner geht es in einem zweiten großen Komplex (E) um einzelne Speisen und Getränke.
Natürlich war zu dieser Zeit noch das Kirchenjahr mit seinem Gerüst von Fest- und Fasttagen ein wichtiger Faktor, der die Mahlzeitenordnung regelte. Dabei galten im Regensburger Katharinenspital sogar über hundert Jahre zwei verschiedene Kalender, da in der evangelischen Reichsstadt lange Zeit der gregorianische Kalender nicht akzeptiert wurde. Das betraf dann auch eine konfessionelle Unterscheidung der Pfründner. Es gab hohe Feiertage, Marien- und Aposteltage sowie andere Feiertage (Heiligenfeste), die ihren Ausdruck in der Speisefolge hatten. Ein Drittel des Kirchenjahres machten die Fastentage aus, die allerdings im Spital nicht zuletzt wiederum durch konfessionelle Unterschiede relativiert wurden. – Eine detaillierte und aufschlussreiche Untersuchung und Darstellung

Das könnte dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.