Stephan Loos / Holger Zaborowski (Hgg.) | „Essen und Trinken ist des Menschen Leben.“ Zugänge zu einem Grundphänomen

Stephan Loos / Holger Zaborowski (Hgg.)
„Essen und Trinken ist des Menschen Leben“
Zugänge zu einem Grundphänomen

Verlag Karl Alber, Freiburg / München 2007,
Hardcover, 196. S., Euro (D) 20,00
ISBN: 978-3-495-48216-2

Von Anfang an ist die Geschichte des Menschen wesentlich auch eine Kultur- und Sozialgeschichte des Essens und Trinkens. Was mit der Lust an der verbotenen Frucht beginnt, endet abrupt als ernsthafte Angelegenheit: „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen“ (Gen 3,18). Von Anfang an auch dient das Essen und Trinken nicht nur der Befriedigung von Hunger und Durst, sondern hat Verweischarakter auf ein Leben in Fülle und hat als gemeinschaftliches Mahl ein Ziel: die Gemeinschaft mit Gott selbst, wie Alfred Mertens in einem kurzen biblischen Durchlauf der Geschichte des Essens und Trinkens zeigt.
Ausführlich zeichnet Thomas Söding die verschiedenen Aspekte des Abendmahls Jesu nach; nirgendwo wird klarer als in dieser Stunde, wer Jesus wirklich war. Dies muss auch in der Herrenmahlsfeier der Kirche zum Ausdruck gebracht werden. Gewissermaßen die Fortführung der christlichen Mahlpraxis und die sich ergebenden Schwierigkeiten in der Auseinandersetzung mit der nicht-christlichen Umwelt beleuchtet Thomas Schumacher an Beobachtungen zum Verhältnis von Mahl und Gemeinschaft in den paulinischen Briefen. Stephan Ch. Kessler befasst sich mit der Spannung zwischen Gaumenfreuden und Askese in der frühen Christenheit und im Mönchtum, wo uns die Informationen allerdings eher über den Verzicht auf als über die Lust am Essen überliefert sind. Trotzdem gilt: Christen sollen Freude am Essen und Trinken haben, wobei die oberste Maxime besteht, dabei das rechte Maß zu halten.
Dieser Band thematisiert unterschiedliche Dimensionen von Essen und Trinken, reflektiert religiöse Hintergründe, zeichnet kulturgeschichtliche und religionswissenschaftliche Entwicklungen nach, fragt nach philosophischen, soziologischen und politischen Aspekten des Essens und Trinkens und beleuchtet gut lesbar die Darstellung dieser Grundvollzüge menschlichen Lebens in Literatur und Kunst.

Das könnte dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.