Klaus E. Müller | Nektar und Ambrosia. Kleine Ethnologie des Essens und Trinkens

Klaus E. Müller
Nektar und Ambrosia.
Kleine Ethnologie des Essens und Trinkens

geb., 171 S. Euro 7,90
Verlag C. H. Beck
München 2003
ISBN 978-3-406-51026-7

Nahrungsgewinn und Ernährung stellen für die Menschen seit frühesten Zeiten ein elementares Problem dar. Seine Lösung entscheidet wesentlich mit über Gesundheit, sozialen Frieden, Fortpflanzung und gesellschaftlichen Einfluss. Nahezu alle Lebensbereiche werden in vormodernen Gesellschaften von der Kultur des Essens und Trinkens geprägt. Klaus E. Müller, emeritierter Professor für Ethnologie an der Universität Frankfurt am Main, beschreibt in diesem Buch unter anderem die soziale Funktion gemeinsamer Mahlzeiten mit ihren Sitzordnungen und Tischmanieren, die Bedeutung sakraler Festessen und Trinkrunden, den Unterschied zwischen Volks- und „Hochküche“ sowie den symbolischen Zusammenhang von „Tisch und Bett“. Zur Sprache kommen auch Mythen von der paradiesischen Kost, der „Götterspeise“, sowie die magische Kraft, die manchen Speisen und Getränken bis heute zugeschrieben wird.

Müller belässt es bei seiner hintergründigen Phänomenologie des Essens und der Ernährung nicht bei einem begrenzten Gebiet, er zeigt globale Gemeinsamkeiten auf, mit stupender Geschwindigkeit. War man soeben noch bei den oberösterreichischen Bauern, so geht es wenige Zeilen später schon um Essgepflogenheiten der Marokkaner und Sardinier, um Mahlbräuche bei den Eskimos und in Nigeria usw. Es wird jedoch dadurch gleichzeitig manches verallgemeinert und verabsolutiert, wo zeitliche und kulturelle Differenzierungen nötig wären, die es schon wegen des Verzichts auf Nachweise nicht gibt. Das betrifft auch gerade den religiösen und sakralen Bereich. Trotzdem interessant und informativ, gut zu lesen.

 

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