„Uns ist ein Licht aufgegangen …“

Die Heiligen Drei Könige begegnen in den nachweihnachtlichen Tagen auch als Sternsinger und Gabenheischer: Sie sammeln für einen guten Zweck. Als solche lassen sie sich auch im Werbebild verwenden. Bleibt zu fragen, ob das „himmlisch sparen“ aus einer Anzeige Goethes Zitat aus seinem Gedicht „Epiphanias“ entlehnt ist: „Sie essen gern, sie trinken gern, sie essen, sie trinken und bezahlen nicht gern …“?

 

Da sie sich weit von Osten her auf den Weg gemacht haben, um den neugeborenen König der Juden zu suchen, galten die Weisen aus dem Morgenland (nach Psalm 72 auch als Könige bezeichnet) im Mittelalter als Patrone der Reisenden. Gaststättennamen wie „Zu den Königen“, „Zum Mohren“ „Zur Krone“ oder „Zum Stern“ weisen noch darauf hin. Dabei müssen diese Gasthöfe nicht einmal an einem Pilgerweg gelegen haben (z. B. nach Köln, wohin man 1164 die angeblichen Gebeine der Drei aus Mailand übertragen hatte), die Drei Könige waren als Reisepatrone für alle Wege und Unterwegsseienden zuständig.

Über Brauerei-Gasthöfe haben sich auch Dreikönigs- oder Dreikronen-Biere verbreitet. Sie feiern dann am Dreikönigstag – kirchlich Epiphanie, Epiphanias oder Erscheinung des Herrn genannt – „Namenstag“, mit dem sich mitunter bestimmte Aktionen verbinden. Im Brauerei-Gasthof „Drei Kronen“ in Memmelsdorf wird alljährlich ab Dreikönig ein besonderes Bier angeboten: Balthasar (hell), Melchior (schwarz) und Caspar (bernsteinfarben) …

Viel älter ist der Brauch des Dreikönigskuchens, eines Festtags-gebäcks, das es in vielen Ländern in unterschiedlicher Form gibt. Immer aber enthält der Kuchen eine Überraschung im Form einer Bohne oder Münze oder ähnlichem. Wer sie findet, ist an diesem Tag „König“. Mit dem Fest selbst hat dieser Brauch weniger zu tun, er stammt möglicherweise schon von den römischen Saturnalien her. Vor allem in der Schweiz gibt es an den Tagen vor Epiphani in vielen Bäckereien und Konditoreien  Dreikönigskuchen zu kaufen. Und in Blick auf vielleicht enttäuschte Kinder, die  keine Bohne oder Münze in ihrem Kuchenstück finden, werden auch Kuchen mit zwei oder noch mehr verborgenen Bohnen angeboten. Damit jede(r) von sich sagen kann: „Heute ein König …“

 

 

 

 

 

 

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