Spirituell, seelsorglich und gastlich – 125 Jahre Bahnhofsmission

 

Ihr 125-jähriges Bestehen begeht die sozial-caritative Einrichtung der Bahnhofsmission in Deutschland im Jahr 2019. Sie wurde 1894 in Berlin von dem evangelischen Pfarrer Johannes Burkhardt ins Leben gerufen – doch längst ist daraus ein ökumenisches Engagement in Bahnhöfen geworden. Dass dies über Reisehilfe für ältere Menschen oder Kinder hinausgeht und auch spirituelle, seelsorgliche und gottesdienstliche Angebote umfasst, zeigt das interessante und informative Buch Mittendrin. Bahnhofsmission – vielfältig wie das Leben.

Gottesdienste in einem Bahnhof? Die gibt es nicht nur an Weihnachten, wie etwa in Hannover, wo am Heiligabend um 23 Uhr in der Bahnhofshalle eine Andacht stattfindet, zu der hunderte von Menschen singen zum Klang eines großen Posaunenchores und mitten im Alltag Weihnachten erlebbar machen. http://www.liturgieundalltag.de/das-ist-weihnachten

Auch in kleinen Auszeiten in den Räumen der jeweiligen Bahnhofsmission, wie den wöchentliche „Atempausen“ mitten in der Betriebsamkeit des Frankfurter Hauptbahnhofes:„Du deckst mir den Tisch inmitten eines Bahnhoftrubels“ könnte man mit Ps 23 sagen.  – Ein „Nachtcafé“ als Oase für Gespräch und Ruhe (Tübingen) ist ein ebenso gastliches Angebot wie das „Männerabendbrot“ in der Bahnhofsmission Halberstadt. Man nimmt sich Zeit für die „Gäste“, wie Bernd Lutz schreibt. Denn als „Gäste“ bezeichnet man in dier Bahnhofsmission all jene, die zu ihr kommen, ob zufällig oder auch regelmäßig. Auch das entspricht dem Missionsgedanken: nicht zu vereinnahmen, sondern sie auch wieder gehen zu lassen, bereichert an Leib und Seele …

Bernd Lutz (Hg.)  |Mittendrin. Bahnhofsmission – vielfältig wie das Leben | Schwabenverlag, Ostfildern 2018 | Pb., 136 S., zahlreiche Fotos | ISBN: 978-3-7966-1768-3 | Euro 14,00

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