Gottfried Bachl | Eucharistie. Macht und Lust des Verzehrens

Gottfried Bachl
Eucharistie.
Macht und Lust des Verzehrens
(Reihe: Spuren. Essays zu Kultur und Glaube)

eos-Verlag, St. Ottilien 2008,
196 S., geb., Fadenheftung, Schutzumschlag,
EUR 14,80
ISBN 3-8306-7332-9

In der Eucharistie wird verzehrt und einverleibt. Der Tod wird nicht nur zitiert, er ereignet sich buchstäblich, er wird verübt und erlitten. Durch kein anderes Symbol wird der Mensch so stark an seine schwierige Lage erinnert, ein Esser und Trinker sein zu müssen; zerstören zu müssen, um genießen zu dürfen, und zu töten zu müssen, um leben zu können. Gründonnerstag und Karfreitag gehören aufs engste zusammen, nicht nur als historische Abfolge, sondern auch in den Zusammenhängen des Mahls: Es vermittelt engste Gemeinschaft und Wohlbefinden und Leben ebenso, wie die Einverleibung der Nahrung ein Vorgang der Vernichtung ist. Esst – das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird …
In einer Sammlung einzelner Essays und Impressionen geht Gottfried Bachl, emeritierter Salzburger Dogmatiker, auf den Vorgang, die Symbolik und Bedeutung des Verzehrens ein – auch und gerade in Hinblick auf die Eucharistie (“Jesus essen”): Sie repräsentiert Jesus, “wie er sich in die Situation des Menschen begibt, der in der verzehrenden Welt lebt und sich nur im nichtenden Verzehren am Leben halten kann.” Schon vor über 20 Jahren hatte er mit “Eucharistie – Essen als Symbol” ein bemerkenswertes Buch zum Thema verfasst; das jetzige Werk, in dem er den Erkundungen der Zeichen mehr Raum gibt, versteht er als Arbeit an den elementaren Formen, die er mit sympathischem Understatement als “für die Theologie nicht unnütz” erklärt. Ein gerade wegen seiner Tastversuche sehr lesenswertes Buch.

 

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